Wie ich in Indien auf 4200 m kletterte und den Bergen so nah war – Trekking hautnah erleben

Meine Reise nach Dzongri & Goechela, Indien

Sachen-Thokha (3000hm):

Ein bewölkter Morgen begrüsst uns, weshalb ich gleich noch ein paar warme Kleidungsstücke mehr in meinen Wanderrucksack packe. Mit zunehmender Höhe soll es jetzt im Oktober ja doch schon kalt auf dieser Trekking-Tour werden.

Kein Wunder, denn wir befinden uns jetzt schon auf einer Höhe von ca. 3000 m im Khangchendzonga-Nationalpark.

Nach einem leckeren Mittagessen, führt uns der Weg – durch saftig-grüne Rhododendron- und Eichenwälder – in einem steilen Zick-Zack-Weg, hinauf nach  Tshoka. Tatsächlich ist es inzwischen nebelig und  kalt geworden und so werden nicht nur die zusätzlichen Kleidungsstücke aus dem Rucksack benötigt, sondern wir nehmen auch sehr dankbar einen wärmenden Tee aus den Händen unseres Kochs entgegen. Während unseres gesamten Trekkings werden wir von unserer indischen einheimischen Begleitmannschaft verwöhnt. Unser Koch sorgt für unser leibliches Wohl mit schmackhaften, lokalen Gerichten (auf Wunsch auch vegetarisch) und reichlich Getränken ganz nach Wunsch.

Tshoka – Dzongri (4100hm):

Ich habe einigermaßen geschlafen, ich gebe allerdings zu, dass ich mich erst an diesen „Zelt bzw. Hüttenluxus“ gewöhnen muss. Um 9.30 Uhr wandern wir los und heute geht es über den Rhododendronwald hinaus bis über die Baumgrenze, die wir bei 3.800 m erreichen.  Der Nebel hat sich verzogen und so bietet sich unter uns eine phantastische Aussicht auf die zerfurchten Täler. Im Norden lassen sich die ersten weißen Berggipfel erblicken. Die Steigungen sind allerdings lang und steil und ich spüre zunehmend die Höhe: Der Puls klopft am Hals, so dass ich immer wieder Pausen machen muss. Nach 16 Uhr und 16 km Wanderung erreichen wir endlich Dzongri . Selten habe ich mich so sehr darüber gefreut, wenn mich jemand mit einem heißen Tee fürsorglich willkommen heißt.

Leider erwartet uns kein warmes und komfortables Zimmer, sondern ein kaltes Zelt.

Alles ist schon aufgebaut und warmer Tee und Kekse stehen bereit.

Nach der ersten Stärkung und Verschnaufpause pumpen wir unsere Luftmatratzen auf und verziehen uns recht schnell in die Zelte, um uns vorm Abendessen aufzuwärmen und etwas auszuruhen.

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Das Nachtessen – bestehend aus Suppe, Hauptgang mit diversen Gemüsen und Dessert – gibt es im „Ess-Zelt“; da stehen ein Tisch und mit Isomatte beklebte Schemel bereit. Ein Kerosin-Ofen verströmt Wärme.

Nach dem köstlichen Essen sitzen wir noch einige Zeit im Schein der Stirnlampen und der Kerzen beieinander, lassen den Tag Revue passieren und bringen das Erlebte zu Papier.

Die Nacht ist eiskalt und sternenklar hier ganz weit oben in Nordost Indien!

und ich ziehe ALLE verfügbaren Schichten an,  als ich schließlich ins Schlafzelt krieche. Über dem Schlafsack habe ich eine Alu-Notdecke ausgebreitet, diese speichert die Wärme. Zu meinen Füßen kommt eine heiße  Wärmflasche und so finde ich relativ schnell in einen geruhsamen  Schlaf.

Dzongri

Für vier Uhr haben wir uns den Wecker gestellt. Noch immer ist es sternenklar bei  minus 8 Grad. Die Gegenstände auf dem Tisch im Ess-Zelt sind mit einer Frostschicht bedeckt. Dank eines herrlich süßen Masala Chai erwachen langsam die Lebensgeister. Noch ist es dunkel, als unsere kleine Gruppe mit Stirnlampen zum nahe gelegenen Viewpoint auf 4200 hm hochsteigt.

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Um 05.30 Uhr kratzt die Sonne am Mt.Kanchenjunga– was für ein beglückendes und einmaliges Erlebnis wir im Himalaya erleben!

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Minuten später erreicht die Sonne links den Kabru (7400 hm) und rechts den Pandim (6700 hm) sowie nach und nach weitere Bergriesen. Der Himmel ist stahlblau, die Sonne lässt die Bergriesen in ihrer ganzen Schönheit erstrahlen und die bunten Gebetsfahnen flattern dazu im Wind. Ich bin tief berührt und möchte diesen Glücksmoment nie in meinem Leben missen. Die Berge im Himalaya umgeben eine zauberhafte Stimmung.

Bevor wir zum Camp zurückwandern, wo  uns ein reichhaltiges Frühstück in der Sonne erwartet, machen wir noch einen kleinen Umweg zur Stupa.

Gut gestärkt geht es auf eine vier stündige Wanderung zum Ginggey-La auf knapp 4.500 hm. Mein Herz hämmert, die Höhe ist jetzt deutlich spürbar.

Dzongri – Tshoka 3000hm:

Gegen 6 Uhr ist die Nacht zu Ende, die Temperatur liegt bei etwa -10 Grad.  Trotzdem frühstücken wir draußen, obwohl die Sonne unseren Platz noch nicht erreicht hat. Unter dem Tisch wärmt der Kerosinofen uns etwas, ansonsten sind es die dampfenden Teetassen, die unsere Lebensgeister wecken. Um 8.30 Uhr wandern wir wieder Richtung Tshoka. Wir sind ehrlich gesagt erleichtert, wieder in tiefere Zonen zu gelangen. Die dünne Luft spüren wir weiterhin bei jedem kleineren Aufstieg. Die satte alpine Vegetation aus Zwergrhododendren, Bergkräutern und alpinen Blumen im Nebel mutet mystisch an und verzaubert mich. 

Uns kommen viele Gruppen mit Pferden und Dzoos (Kreuzung zwischen Yak und Rind) entgegen; die meisten Trekker hier sind Inder aus Kalkutta.  Hunderte von Menschen –so kommt es uns vor – pilgern in Richtung Goetcha-La; Dzongri wird heute total übervölkert sein. Was hatten wir doch für ein Glück, da oben so einsam und allein mit uns und dieser gigantischen Bergwelt gewesen zu sein!

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Nach 4 Stunden erreichen wir Tshokaund wir freuen uns sehr auf diese Übernachtung in einer festen Behausung. Beim abschließenden Abendessen übertrifft sich unser Koch selbst noch einmal mit wunderbaren Köstlichkeiten. Als grosse Überraschung gibt es eine Schokoladentorte zum Dessert, ohne Backofen gebacken, versteht sich…!

Tshoka – Yuksam 1700hm:

Als wir aufstehen verschwinden gerade die letzten Nebelschwaden und machen der Morgensonne Platz. Ein letztes Mal Katzenwäsche und morgendliches Packen, gefolgt von einem Frühstück an der warmen Sonne! Es gibt Porridge – prima Kraftnahrung vor dem langen Abstieg nach Yuksam. Das endlose Auf und Ab zehrt an den Kräften, bei mir besonders in den Waden. Regelmässige Pausen mit Kraftriegeln und Studentenfutter sind angesagt.

Nach fünfeinhalb Stunden und einem wetterbedingten Wechsel in die kurzen Hosen, kommen wir wieder am Ausgangspunkt unserer Trekkingtour an.

Bis zum Schluss perfekt organisiert von Terralaya Travels werden wir bereits von unserem Fahrer erwartet und nach einer kleinen Tee-Einladung und dem Genuss von köstlichen Momos (Spezialität) in unser Hotel gebracht.

Noch nie habe ich eine warme Dusche so sehr genossen, eine absolute Wohltat nach fünf Tagen Katzenwäsche!!!! Bei anschließendem Bier und Snacks feierten wir uns und ließen dabei die letzten Tage mit allen Anstrengungen und Erlebnissen noch einmal aufleben.

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Wir wanderten über die saftig-grüne Rhododendronwälder bis hinein in die karge, alpine Zone. Dabei genossen wir mehr als einmal die schneebedeckten Himalaya-Riesen und die mit dichten, unberührtem Wald bedeckten Berghänge des Khangchendzonga Nationalparks.

Der Berg Khangchendzonga  war zeitweise zum Greifen nah und sein Anblick in der Morgensonne entschädigte uns für alle Mühen und Strapazen.

Wer mehr mag, kann dieses Trekking bis zum Pass Goechela (4950 hm) verlängern. Diese anspruchsvolle Tour führt in noch abgelegene Hochlagen und alpine Vegetation. Jede gewünschte Individualisierung oder Verlängerung der Routen können Sie jederzeit anfragen.

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Unser Dank gilt ganz besonders den uns begleitenden Helfern, die immer wieder mit kleinen lokalen Leckereien, mit Wärmflasche, zusätzlichen Decken und heißen Getränken für gute Stimmung gesorgt haben.

Während dieser Reise haben wir das Kinderhilfswerk in Sikkim besucht, welches ich privat unterstütze. Es war eine große Freude zu sehen wie die Spendengelder genutzt werden und welche Freude diese Kinder ausstrahlen. Vielleicht haben auch Sie Lust, während einer Reise sich sozial zu engagieren? Die Children of Sikkim Foundation freut sich auf Ihren Besuch!

Das Team von Terralya Travels  und dem Bamboo Retrat Hotel sagt vielen Dank für diesen schönen Artikel!

Allgemein:

Beste Reisezeit: Mitte März bis Mai und Oktober bis Mitte November.

Temperaturen: Je nach Höhenlage tagsüber zwischen ca. +5 bis +15 °C, nachts zwischen – 10 und + 5° C. Mit Schneefall muss insbesondere ab Mitte November bis Februar gerechnet werden!

Anfragen für diese Reise richten Sie bitte an: info@sikkim.ch

Trekkingmodul: Goechela Trekking zum Khangchendzonga Sikkim,

Indien • 5 – 12 Tage • 3 – 8 Std. Gehzeit/Tag • mittelschwer – anspruchsvoll • Trekkingpfad, offenes Gelände, Geröllhalden • ÜN in Zelt & festen Unterkünften (3 – 4 x) • max. Höhe: 4000 – 4950 m ü. NHN • Begleitung: Trekking-Guide, Küchenmannschaft/Träger/Tragtiere (Pony/Dzo/Dzomo)
Die Informationen zu dieser Reise finden Sie hier:
Terralaya.com

sikkim.ch

Gruppenreise ab Zürich nach Kanchengdoza, 20 Tage

ab/bis Europa: 05. – 24.10.2019 (ab CHF 5’130.—)

„Klassische Sikkim Trekkingreise zum Goechela-Pass (max. 4950 MHN) mit Kulturreisetage in Sikkim & Darjeeling. 8-tägiges Trekking mit Übernachtungen in festen Unterkünften und im Zelt. Profitieren Sie von unserer langjährigen Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort und unserem einheimischen Trekking-Team aus Yoksum.“

Hier finden Sie ähnliche Reisen im Überblick:

Tee Plantagen und Eisriesen, Trekkingreise Kangchendzönga

Kulturreise Sikkim und Trekking

Bitte sprechen Sie uns für weitere Informationen oder eine Individualreise an. Gerne verändern wir die Reise nach Ihren Wünschen und Ansprüchen.

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